Die Original Strecke

Das Original als Plan dargestellt. Hoffentlich wird es niemandem schwindlig...
Die Talsohle zwischen Bergün (räteromanisch: Bravuogn) und Preda hat ein mittleres Gefälle von 77%o, das Bahngefälle von 35%o erfordert daher eine starke Längenentwicklung. Da die Station Bergün auf 1376 m.ü.M. und die Station Preda auf 1792 m.ü.M. liegt, erfordert die Ersteigung der Höhendifferenz mit 35%o eine Länge von 11,9 km, während die Tallänge nur 6,5 km beträgt, und da die dazwischen liegende Ausweichstelle Muot, 200m lang, nur mit 15%o steigt und in den Kehren die Steigung an 5 Orten auf 30%o ermässigt wird, so muss die Entfernung der Stationen Bergün und Preda 12,5 km betragen, die künstliche Entwicklung daher rund 6 km lang sein.
Die erste Entwicklung befindet sich in den sanften Wiesenhängen oberhalb Bergün und besteht aus einer doppelten Schleife, die an die Anlage der Gotthardbahn bei Wassen erinnert. Die zweite Entwicklung liegt oberhalb der Ausweichstelle Muot in einem engen, steil ansteigenden und von Lawinen und Rüfen bedrohten Talabschnitt. Die verschiedenen Möglichkeiten einer Linienführung mussten sehr sorgfältig gegeneinander abgewogen werden, um schliesslich eine in Bezug auf Bodenverhältnisse, Steinschlaggefährdung, Lawinenzüge, Rüfen, Besonnung und nicht zuletzt Baukosten möglichst optimale Lösung zu finden. So ergab sich schliesslich eine wesentlich andere Lage der Entwicklungsschleifen als sie ursprünglichgeplant waren.
500m oberhalb Muot überquert die Linie ein erstes Mal den Talfluss auf dem 59m langen und 11m hohen Albulaviadukt I. Unmittelbar danach schraubt sich die Bahn auf dem linken Ufer im 661m langen Rugnux-Spiraltunnel in die Höhe. Kurz darauf kehrt die Linie, dem Lawinenhang der Val Rots ausweichend, auf dem 95m langen und 29m hohen Albulaviadukt II wieder auf das rechte Ufer zurück. Nun folgt der 677m lange Toua-Spiraltunnel und anschliessend der Albulaviadukt III. Auf dem linken Flussufer beschreibt die Bahn einen offenen Halbkreisbogen, überquert ein letztes Mal die Albula auf dem Albulaviadukt IV und schraubt sich im 535m langen Zuondra-Spiraltunnel auf die notwendige Höhe, um in gestreckter Linie durch die offene Talweite von Preda den Albulatunnel zu erreichen. Die beiden letztgenannten Spiraltunnels liegen in einem vertikalen Abstand von etwa 50m fast übereinander. (...)